Zwillingscraft hat schon immer die Philosophie verfolgt, ganz normale junge Menschen zu fördern. Profisport macht Sinn, aber nur, wenn wirklich alle Rahmenbedingungen passen, und für Absicherung und Ausbildung gesorgt werden kann. Sandra Klose hatte die Gelegenheit als Profi Sportler weiterzukommen. Aus der Sportkarriere ist das Team entstanden, ein sicherer Job, eine Familie. „Ich bin dankbar für die Förderung, die ich erhielt, und möchte CRAFT und OPED als besondere Förderer nennen. “ Im Team 2012 haben wir ganz normale Sportler, die ohne Ausnahme auch einen Job haben, oder ein Studium absolvieren. Genau das möchten wir hier zeigen. Wir im realen Leben.
Sandra Klose, angestellt bei der Firma OPED/Web Marketing, Mama,
Peggy Klose, angestellt, Aussendienst OPED
Florian Thaller, Student Elektrotechnik
Christian Eckhardt, Gymnasiallehrer Deutsch, Sport, ?
Steffan Gorscak, Malermeister
Fritz Finkenzeller, Bankkaufmann
Wolfgang Krenn, Saunameister
Christoph Köck, Angestellter im Bereich IT
Theresa Wolfrum, Studentin
Christian Eichner, Produktmanager bei Knorr Bremse
Arndt Meschke, Offizier der BW
Michael Wiessner; arbeitet als Kellner bei Marcharts in Salzburg,
Chris Häner Ingeneur - Anlagenbau
Andi Deutschendorfer, Angestellter
Dann starte ich mal kurz, damit ein Anfang gemacht ist, und gebe unserem Deutschlehrer Ecki gleichzeitig den Job, die Berichte der anderen voranzubringen...
Meine grösste Herausforderung war der Spagat zwischen der Rolle als Mama, Angestellte, und Teamchefin. Der Sport ist ohnehin Pflichtprogramm. Ohne Sport fühle ich mich nicht wohl. Meine Woche startet mit einem Bürotag. Montag und Donnerstag bin ich im Büro der OPED, und kümmere mich um die Webseiten der Firma oder sitze in Meetings. An den anderen Tagen gibt es bei mir einen Mix aus Homeoffice, Haushalt, Mama sein und Training. Ab und zu ist mein Pensum ganz schön schwierig. Am liebsten mag ich die Biketouren mit der Zwergi. Seit es das I-Phone gibt, sitze ich viel weniger am PC. Mein Arbeitgeber unterstützt das MTB Team und meine Arbeit für das Team. Nur so funktioniert das. Ich bin sehr froh darüber, dass ich schon während meiner Zeit als Profibikerin dazu angehalten wurde, die beruflichen Chancen im Auge zu behalten. Das Abitur und die Praktikas im Marketingbüro bei CRAFT waren für mich sehr entscheident.
(schmunzeln ist erlaubt, v.a. für jene, die mich kennen...)
Wahrscheinlich gibt es nicht viele Berufe, an welche die Gesellschaft so widersprüchliche Anforderungen stellt: Gerecht soll er sein, der Lehrer, und zugleich menschlich und nachsichtig, straff soll er führen, doch taktvoll und sensibel auf jedes Kind eingehen, Begabungen wecken, pädagogische Defizite ausgleichen, Aids-Aufklärung und Suchtprophylaxe-betreiben – dabei steht er selbst am Abgrund jeglicher Sünde –, auf jeden Fall den Lehrplan einhalten, wobei hochbegabte Schüler gleichermaßen zu berücksichtigen sind wie begriffsstutzige. Mit einem Wort: Der Lehrer hat die Aufgabe, eine Wandergruppe von Spitzensportlern und völlig Gelähmten bei Nebel durch unwegsames Gelände in nordsüdlicher Richtung zu führen, und zwar so, dass alle bei bester Laune und möglichst gleichzeitig an drei verschiedenen Zielorten ankommen. (nach Prof. Dr. Müller-Limmroth)
Noch seltsamer wird das Ganze, wenn ich immer von „brav-Hausaufgaben-machen“, Konzentration auf die Schule und verantwortungsvoller Organisation und Führung des Lebens plaudere, dann aber randstein-rauf-randstein-runter heimrase und mich auf´s nächste Bike schmeiße – nun gut, aber was getan werden muss, muss getan werden (auf beiden Seiten), dann wird es halt wieder spät nachher. Und überhaupt, mens sana in corpore sano – so schaut´s aus.
Zerrissen bin ich auch durch meine Fächer: Deutsch und Sport – also raus aus dem Sakko, rein in die Sporthalle, raus aus dem Zwillingscraft-Hoodie, rein ins Klassenzimmer. Von einer Diskussion über die miese Taktik, Einstellung und Performance beim letzten Bayernspiel und dem praktischen Versuch, wie man es besser machen könnte, dem wilden (aber natürlich pädagogisch sehr wertvollen) Toben bei Paintball oder Rugby rein zu 30 gähnenden 10.-Klasslern und frisch-fromm-fröhlich-frei auf zu einer Diskussion über Schillers ästhetisches Konzept, Hegels Progressions¬antithetikstufentheorie, tausend anderer literaturklassischer, aktueller oder sprachlich-stilistischer Problemstellungen, Sinnieren über die Dialektik der Aufklärung oder Analysieren der jüngsten „Sprechdurchfälle“ aus Politik und Gesellschaft. Dazwischen das Wegwischen der Frage „was-soll-das-Ganze??“ – puuuh... Doch ist dieser Job und auch gerade diese Kombi, neben den Anforderungen einer gewissen Anpassungs- und Umstellungs¬fähigkeit, „die beste aller Welten“ für mich – und ich unterrichte beide Fächer wirklich gerne, sie bilden die perfekten Hebel für meine pädagogischen Hauptansätze, wenn man so will: Persönlichkeits¬bildung, kritisches Wesen, Leistungsbereitschaft, Transfer, Aufgeschlossenheit für alles „Wahre, Gute und Schöne“ (und für den Rest auch...) – und immer Spaß dabei...
„Wie hältst du das mit diesen Rüpeln von heutiger Jugend nur aus?“ – ich frage: „Mal ganz ehrlich, wie viele Idioten hast du im Büro? – na da schau her, bei mir sind es weniger“. Meist gilt: Die Schüler sind nur so schlimm, wie man selber ist, wia ma in´ Wald neischreit, so kommts raus. Ich höre nur die Vöglein singen ;-) – manchmal fliegt aber halt auch einer über das Kuckucksnest und kackt einem auf den Kopf.
Man sieht, ich bin voll dabei – wo bleibt da der Sport? In alle Nischen gezwängt! Viel spätabends auf dem Spinningbike, HIT (high-intensity-training) im letzten Licht unter der Woche, allgemeine Athletik in den Sportstunden (ich mach halt oft mit, und ich kann´s ja aussuchen...), am Wochenende mit Schi oder Bike rauf auf die Berg oder halbwegs lange Einheiten im Münchner Süden.Thema Motivation? Manchmal schon hart, sich nach den langen Schultagen und der anschließenden Unterrichtsvor¬bereitung (nein, der Spruch „vormittags Lehrer, nachmittgs voller“ greift sicher nicht mehr) noch zu quälen – doch fast jedes Mal danach die Erkenntnis: Nein, es war nicht nur Qual, es war gut. Solange das so bleibt, bleibe ich dabei, so war mir die Wildsau in mir helfe.
P.S.: Ja, Lehrer haben viele Ferien, doch ganz ehrlich: Ich habe sie mittlerweile umgetauft in „unterrichstfreie Zeit“. Beispiel: 50 Oberstufenklausuren, eine summa summarum Minimum eineinhalb Stunden = ... – und das waren dann ja auch nicht alle Klassen, die man so hat.
P.S.S: Ja, natürlich schreibt die Laberbacke von Deutschlehrer den längsten Beitrag – eh klar, es ist ja ein Ruf zu verlieren.
Ich bin gelernter Hotel-und Gastgewerbeassistent und arbeite seit vier Jahren als Kellner im Restaurant Marchharts in Salzburg. Wir bieten einen guten Mix aus Steak-House, thailändischer Küche und saisonalen Spezialitäten. Und da haben wir schon den größten Vorteil von allen: immer gutes, gesundes, abwechslungsreiches Essen Wer die Thaiküche kennt, weiß was ich meine. Die Arbeitszeiten harmonieren sehr gut mit dem Sport, vor allem im Winter und im Frühjahr, da ich generell erst am Nachmittag mit der Arbeit beginne. Umfänge bis 20h pro Woche neben einem Fulltime-Job sind keine Hürde. Und das ganze Jahr ist Training bei Tageslicht möglich, was gut für das Gemüt ist. Ruhetage sind im Restaurant generell Sonntag und Montag, außer bei Ausnahmen im Sommer. Grundsätzlich gut, weil Sonntags meistens Wettkampftag ist und Montag hat man Zeit zum regenerieren. Die Kehrseite ist die, dass ich vor einem Wettkampf selten mehr als 4h Schlaf bekomme, da ich je nach Geschäft bis weit in die Nacht für unsere Gäste da bin. Findet ein Wettkampf dagegen Samstag statt, wird's noch komplizierter, da wir nur sehr wenige Mitarbeiter sind. Planung ist in dem Fall alles. Es kommt auch vor, dass ich vor der Arbeit noch einen kleinen Wettkampf in der Umgebung bestreite, solang es noch einigermaßen in den zeitlichen Rahmen passt, und ich es noch pünktlich in die Arbeit schaff.
Das Restaurant gehört zum größten Salzburger Freibad und damit ist die ganze Geschichte sehr wetterabhängig. Des einen Freud ist des anderen Leid. Je schöner das Wetter, desto mehr Arbeit wartet auf uns und somit auch auf mich. Vor allem im Hochsommer. Tage mit 12-13h kommen da schon öfters vor. Und da wird´s mit Training und, noch viel wichtiger, mit Regeneration schwierig. Denn Zeit bleibt nur sehr wenig dafür, was ich auch schon oft bitter zu schmecken bekommen habe. Im Laufe der Jahre habe ich festgestellt, dass der Körper sich an so manche Dinge sehr gut anpassen kann. Die meisten regenerieren z.B. in der Horizontalen, sprich: "Füße hoch und a bissal chillen". Ich bevorzuge das Regenerieren in der Vertikalen. Ich geh also zuerst trainieren und dann arbeiten, nicht umgekehrt. Aber die Bewegung, also Gehen oder manchmal fast Laufen, tut auch gut, und der Stress in der Arbeit lenkt wirklich ab. Aber dieser Job, und natürlich auch mein derzeitiger Arbeitgeber, bietet mir definitiv mehr Vorteile als Nachteile, weshalb ich auch nach fast 11 Jahren den Beruf als Kellner noch mit Freude ausübe. Einen großen, wichtigen Vorteil bietet der Beruf zusätzlich noch: Man lernt sehr viele interessante, und vielleicht auch für die eigene Entwicklung wichtige Menschen aus allen möglich Bereichen kennen.
Doch so langsam wird es Zeit für was Neues, einen kleinen Umbruch. Die Pläne stehen im Groben schon, sind aber noch nicht in Stein gemeißelt und werden Hand in Hand mit der Arbeit laufen. Eines noch: Bei all dem Sport und "fokussiert sein" ist es wichtig, niemals den Bezug zum Leben zu verlieren. Ein Profi-Dasein könnte für mich nie ohne Berufsleben funktionieren.